Tagebuch 1

FEK NMS, KrZi. B21/15.

Ank. 27.02.2017, ca. 14:32 Uhr.

Das Bett ist schon gerichtet, die OP für den kommenden Tag auf 7:30 Uhr angesetzt. Auf Station legt mir eine freundliche Dame als Erstes eine weiß-rote Manschette, Marke ‚Armilla‘, Euro-Patent No. (…) um’s rechte Handgelenk,  dann drückt sie mir – Nächste Maßnahme – einen Patienten-Fragebogen, 2fach – in die Hand, danach darf ich das FEK nicht mehr verlassen. Sowas nennt man ‚Hospitieren‘. Eigentlich hatte ich mir für den Abend noch einen Besuch beim Griechen um die Ecke vorgestellt. Das kann ich nun vergessen. Ich also mit Trolly & Riementasche hinter der freundlichen Dame her auf’s Zimmer; Trolly abstellen, Tasche auf Fensterbank, Hallo gesagt zum freundl. Bettnachbar & dessen Besuch, dann zurück durch die Gänge Richtung ‚Hauptausgang‘, zum ‚Bistro‘, 1 cafe crema ‚for togo‘ für satte 2,45€, mit Deckel und raus in’s Freie für eine ‚Selbstgedrehte‘ – es könnte ja die Letzte sein. Der Regen der letzten Tage hat aufgehört. Leichte Briese aus Süd-West bei 5 bis 8°C. Das ist hier oben normal, aber zu warm für die Jahreszeit. Vor dem Haupteingang ein ständiges Kommen und Gehen. Taxis auf Warteposition. Um mich ein paar Menschen die, wie ich, das Rauchen nicht lassen können. Mit Rollator und ohne, im Morgenmantel und Mütze, den Schal dicht um den Kopf gelegt, aber ‚die Fluppe‘ qualmt, allen Werbekampagnen der EU zum Trotz. Der Mensch ist triebgesteuert.

Von dem 28.02., einem Faschings-Dienstag habe ich nicht viel mitbekommen. Als ich, entsprechend aufgebahrt und vorbereitet auf einem Bett liegend und – irgendwo in halb-dunklen Betonräumen mit LED-Leuchten und Luftabzugsrohren an der Decke – auf die OP wartete, war schon alles vorbei und eine Freundliche Schwester sagte in meine offenen Augen hinein, wir bringen Sie gleich auf Station. Das alles war Gestern.

Heute, am 02.03. gegen 15:30 Uhr die offizielle Nachricht meines Chefarztes; „Noch kein Krebs, gerade noch rechtzeitig entfernt, von uns aus keine weiteren Auflagen. Am Samstag können Sie nach Hause. Und rufen Sie Ihren Hausarzt an!“ Das Bangen und Hoffen hat mir noch einmal eine glückliche und vielversprechende Lebenswende gebracht. Mein Leben geht in die Erste Verlängerung, Ausgang ungewiss…

Den Menschen am FEK und allen Beteiligten meinen aufrichtigen Dank und für Ihre eigene Zukunft die Besten Wünsche!

Ihr/euer

HotScha24.

 

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